Duke University, Durham in North Carolina (USA)

Verbindende Ein- und Ausblicke

Die Duke University im nordamerikanischen Bundesstaat North Carolina findet sich regelmäßig auf Listen der 20 besten Universitäten weltweit. Nicht nur die Qualität der Lehre trägt zum guten Ruf bei. Auch die weitläufige Campusanlage ist beeindruckend. Auf einem fast 35 Quadratkilometer großen Gelände sind über 250 Gebäude teils städtisch organisiert, teils landschaftlich eingebettet in malerische Park- und Gartenanlagen. Inspiriert von der vorwiegend neogotischen Architektur sprechen die Studenten gern vom „Gothic Wonderland“. Als Initialprojekt für eine umfassende Umgestaltung dieses Wunderlandes haben die Architekten von Shepley Bulfinch im Herzen der Universität den gläsernen „Penn Pavilion“ errichtet.

Eine feinsinnige Antwort auf die Neogotik der Umgebung fanden die Architekten in der Formensprache und Materialität des modernen Glasbaus: Die früheren Bauperioden mit ihren plastisch steinernen Fassaden erhalten durch die Ganzglasfassaden einen leicht und transparent wirkenden Kontrapunkt. Gleichzeitig verortet sich der Pavillon mit seinem Sockel, der aus dem gleichen lokalen Stein geschichtet wurde wie die angrenzenden Fassaden des West Campus.

 

Die einfache und schnelle Umnutzung des Pavillons war von Anfang an Teil der Planung. Vorübergehend wird der Neubau als Ersatzmensa genutzt. Auf circa 2.300 Quadratmetern bietet er Raum für 450 Sitzplätze. Später kann der langgestreckte Grundriss optimal und flexibel angepasst werden – komplett ohne Trennwände für Einzelveranstaltungen für bis zu 700 Personen oder unterteilt in drei kleinere Bereiche. Auch die Haustechnik, wie Heizung, Lüftung und Klimatechnik, sowie die künstliche Beleuchtung und die Tageslichtplanung sind so angeordnet und integriert, dass funktionale Anpassungen des Innenraums möglichst einfach umsetzbar sind.

Das komplett von SCHOLLGLAS gefertigte Fassadenglas (837 m²) gewährleistet eine optisch homogene Außenhülle, trotz der je nach Einbauort unterschiedlichen Anforderungen. Besonders beeindruckend ist die selbsttragende Fassade auf der Vorderseite. Die konkave Glashülle scheint fast entmaterialisiert: Sie ermöglicht Ein- und Ausblicke, schafft eine Verbindung zwischen den massiven Rasterfassaden des Bestandes und dem angrenzenden Wald- und Parkgelände. Diese maximale Transparenz wurde mit pfostenfrei verarbeiteten Verglasungen und vertikalen Silikonfugen von lediglich 15 mm Breite erreicht. Die Gläser sind horizontal gelagert und in der Höhe lediglich einmal geteilt, wodurch sich ca. 4,19 m hohe Scheiben in verschiedenen Breiten bis zu ca. 2,15 m ergaben. Sie wurden als moderne GEWE-therm® Wärmedämmgläser ausgeführt, dessen Einzelkomponenten diverse Glasveredelungsprozesse vereinen. Es wurden z. B. Verbundsicherheitsgläser und thermisch vorgespannte Einscheibensicherheitsgläser, die einem Heat-Soak-Test unterzogen wurden, eingesetzt. Damit auf der Südseite keine zu starken Erwärmungen auftreten, kam zudem eine hochselektive Sonnenschutzbeschichtung zum Einsatz. Die Spezialbeschichtung hat eine hohe Lichtdurchlässigkeit von 65 %, lässt aber nur 34 % der Gesamtenergie in den Raum. Diese Beschichtungskombination sorgt für maximales Tageslicht bis in die Tiefe des Raums bei gleichzeitig minimaler Aufheizung entlang der Glasfront. Zusätzlich wurde auf einige der Glaselemente ein Siebdruck-Streifendekor aufgebracht, das designtechnisch der Fassade Rhythmus und Struktur gibt.

Ganz andere Funktionen musste die Verglasung der Pfosten-Riegel-Fassade auf der rückwärtigen Gebäudeseite erfüllen. Die Scheiben mit Formaten bis 4,41 m Höhe und bis 2,10 m Breite stehen hier auf jeweils zwei Punkthaltern, die verdeckt in einer waagerechten Silikonfuge liegen. Gehalten werden sie durch senkrechte Fassadenschwerter. Um eine hohe Energieeffizienz des Pavillons sicherzustellen, wurden auch hier GEWE-therm® Wärmeschutzgläser von SCHOLLGLAS verwendet. Mit nur 32 mm Verglasungsdicke entstand ein äußerst filigraner Aufbau mit dennoch zeitgemäßem Wärmeschutz.

Das Gestaltungsprinzip der bedruckten Gläser mit dem hellgrauen Streifenmuster setzt sich in der Pfosten-Riegel-Fassade fort und wird zusätzlich mit einem vollflächigen Siebdruck erweitert. Die Sanitär- und Technikräume des Gebäudes sind dadurch nicht einsehbar, konnten aber gleichzeitig in die durchgängige Gestaltung mit gläsernen Fassaden einbezogen werden.

 

Mit dem vollverglasten „Penn Pavilion“ haben Shepley Bulfinch nicht nur einen markanten Kontrapunkt zur steinernen Umgebungsbebauung geschaffen, sondern zugleich gezeigt, welche technischen und bauphysikalischen Entwicklungen die Architektur seit den Zeiten der eher kleinen und schlanken Fenstereinschnitte der Neogotik genommen hat. Darüber hinaus wurde der Eventpavillon auch dem aktiven Schutz der Umwelt, dem sich die Duke University bei ihren Bauaktivitäten verpflichtet fühlt, gerecht – er wurde mit einer LEED Silber Zertifizierung bedacht.

Projektdaten

Objekt:                   Penn Pavilion, Duke University, Durham (North Carolina)/US

Architekt:              Shepley Bulfinch, Boston, Houston, Phoenix/US

Bauherr:                Duke University, Durham (North Carolina)/US

Fassade:               Roschmann Steel and Glass Constructions Inc., New Haven (CT)/US, realisiert durch Roschmann Konstruktionen aus Stahl und Glas GmbH, Gersthofen/DE

Glas:                      GEWE-therm® multi mit speziell für Fassadenglas optimierten Eigenschaften

Glaslieferant:       Schollglas Sachsen GmbH, Nossen, OT Heynitz/DE

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